Menu
K
K

Presse - Details

 

Privatstiftun­gen befürchten weiteren Aderlass.

"Kurier" vom 04.03.2015

Politik solle Kapitalkraft der Stiftungen nutzen, anstatt sie anzugreifen, fordern prominente Stifter.

Die 3500 heimischen Privatstiftungen sind auf die Politik nicht gut zu sprechen. "14 Mal hat es in den vergangenen zwölf Jahren steuerliche Verschlechterungen gegeben", klagt Heinrich Spängler, Stifter und Vorstand der Salzburger Spängler Privatbank. Und jetzt befürchten die Stifter im Rahmen der Steuerreform den nächsten Schlag: eine Besteuerung des Vermögens und der Erbschaft.

Anstatt die Privatstiftungen anzugreifen und öffentlich schlecht zu machen, sollte die Politik deren Kapitalkraft nutzen, fordert eine Reihe prominenter Stifter – neben Spängler, der ehemalige Präsident der Industriellenvereinigung Veit Sorger, der Papierindustrielle Alfred Heinzel, der Miteigentümer der Umdasch-Gruppe, Alfred Umdasch sowie Christian Planegger, Eigentümer des steirischen Autozulieferers Ventrex.

"Hier ist das Geld, die Politik sollte das nützen", betonte Spängler. Und zwar nicht, um neue Steuereinnahmen zu lukrieren, sondern um das Geld in die Wirtschaft zu pumpen, lautet das Angebot der Stifter. So könnten etwa mit Hilfe der Stiftungen Mittel in die Gründung von Start-ups fließen, wie dies kürzlich Norbert Zimmermann, Privatstifter und Eigentümer der Berndorf-Gruppe, vorgeschlagen hat. Österreich habe es dringend nötig, Unternehmer zu halten und zu fördern, anstatt sie zu vertreiben. "Sonst schaffen wir kein Wachstum", ist Planegger überzeugt. Seit Jahren würden "kluge Köpfe das Land verlassen". Das sollte der Politik zu denken geben.

"Wenig Steuervorteil"

"Kein Mensch hat in den vergangenen zehn Jahren in Österreich eine Privatstiftung gegründet, um Steuern zu sparen", versucht Christoph Kraus, Generalsekretär des Stiftungsverbandes, mit einem Vorurteil aufzuräumen. Den meisten Stiftern gehe es darum, ihre Unternehmen in Stiftungen einzubringen, um deren Bestand abzusichern. "Meine Kinder sind damit gezwungen, die Unternehmensteile zusammenzuhalten", sagt Umdasch.

2013 haben die Stiftungen, in denen ein Vermögen von 80 Milliarden Euro liegt, 451 Millionen Euro Steuern bezahlt. Das war großteils Kapitalertragsteuer. Die Unternehmen, die den Stiftungen gehören, zahlen Steuern wie alle anderen Unternehmen.

 

zurück