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Presse - Details

 

Stifter sollen Steuerreform finanzieren

"Wirtschaftsblatt" vom 10.03.2015

von Andre Exner, Kamil Kowalcze

12,5 Prozent des Industrievermögens von 340 Milliarden € in Österreich halten Stiftungen. Darunter sind Konzerne, aber auch viele KMU. Ihnen drohen nun höhere Steuern.

Wien. Kommende Woche werden die Details zur Steuerreform präsentiert. Ein Teil der Entlastung - unter anderem ein niedrigerer Einkommensteuer-Eingangssatz - soll dabei mit neuen Belastungen finanziert werden. Vor allem Stifter werden zur Kasse gebeten. Denn von Vermögen- oder Erbschaftssteuern, aber auch der Erhöhung der KESt auf Dividenden wären Privatstiftungen erheblich betroffen - und damit die gesamte Wirtschaft. Laut neuesten Zahlen halten Stiftungen 12,5 Prozent des gesamten Industrievermögens von 340 Milliarden € in Österreich. Ob ATX-Prime-Mitglieder wie Kapsch, Do&Co und Andritz oder KMU wie Autozulieferer Ventrex, Immobilienentwickler Immovate und Baufirma Sedlak: Hinter Tausenden heimischen Vorzeigeunternehmen steht die Privatstiftung der Gründer. 400.000 Jobs in Österreich werden durch Stiftungen abgesichert. "Wenn es die Stiftungen nicht gäbe, dann wären viele Unternehmen nicht mehr in Österreich", sagt Andritz-CEO Wolfgang Leitner. Er spürt eine wachsende negative Einstellung zu Stiftungen: "Wir haben keine Steuerreform, wir haben eine Steuererhöhungsdiskussion. Das verdirbt sicher die Stimmung und irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo ich sage: Lieber gehe ich jetzt als in zehn Jahren." Auch Georg Kapsch, Kapsch-CEO und Präsident der Industriellenvereinigung, hält es für möglich, seine eigene Stiftung mit Firmenanteilen ins Ausland zu verlagern: "Irgendwann ist Schluss."

Investoren werden nervös

Die stiftungsfeindliche Politik in Österreich habe sich inzwischen international herumgesprochen, sagt Alfred Umdasch, Gründer des Schalungsspezialisten Umdasch. "Das lässt Unternehmer und Investoren nervös werden, was zu einer ungewollten Kettenreaktion führen kann", warnt er. Die unklare rechtliche Lage ist auch laut dem Stiftungsverband der Hauptgrund, warum in den vergangenen zwei Jahren kaum mehr neue Stiftungen gegründet wurden.

Steuerberater des Jahres

Das WirtschaftsBlatt und die IFA Finanzgruppe suchen zusammen mit der "Presse" Österreichs Steuerberater des Jahres. Jeder interessierte Unternehmer hat bis 20. März die Gelegenheit, den Steuerberater seines Vertrauens zu nominieren, die Teilnahme ist kostenlos.

So wird nominiert. Unternehmer können in acht Kategorien Steuerberater nominieren. Bis zu drei Nennungen (Berater bzw. Kanzlei) sind je Kategorie möglich. Neben der allgemeinen Kategorie "Allrounder Regional" können Unternehmer in sieben spezielleren Bereichen Topexperten ihrer Wahl nominieren: freie Berufe, Private Clients, Immobilien und Bau, Umgründungen, M&A und Kapitalmarkt, Banken &Finanzen sowie internationales Steuerrecht. Die fünf Namen mit den meisten Nennungen pro Kategorie werden einer Fachjury vorgelegt, die dann die Endauswahl trifft.

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