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Facts & Figures - österreichische Privatstiftungen

Schaffung

Mit dem Privatstiftungsgesetz wurde 1993 die rechtliche Grundlage für die Errichtung von Privatstiftungen in Österreich geschaffen.

Zur Chronologie der Rechtslage finden Sie die Anlage

ChronologieRecht.pdf


Ziele

Ziele des Privatstiftungsgesetzes war die Schaffung eines rechtlichen Rahmens, welcher

  • dem Abfluss österreichischen Vermögens in ausländische Stiftungen entgegenwirkt,
  • Anreize für das Verbringen ausländischen Vermögens nach Österreich schafft und
  • Arbeitsplätze in Österreich sichert.

Ein weiterer wesentlicher Grund der Schaffung von Privatstiftungen war, dass Stiftungen die Möglichkeit bieten, erwirtschaftetes Vermögen für nachfolgende Generationen ohne die bei Vererbungen zumeist unvermeidliche Zersplitterung und Auszehrung durch Mehrfachbesteuerung zu erhalten.

Was ist eine Privatstiftung?

Eine Privatstiftung gibt einen Rechtsrahmen vor. Der Stifter bringt Vermögen in eine Privatstiftung ein und legt einen Zweck der Stiftung vor. Für diesen Zweck wird nur der Ertrag aus der Vermögensverwaltung verwendet – das Vermögen der Stiftung bleibt dauerhaft erhalten.

Vorteile der Privatstiftung

  • Sicherung des Lebenswerkes über den Tod hinaus
  • Ungeteilte Erhaltung der Vermögenswerte – Zusammenhalt und somit Erhalt des Vermögens (des Unternehmens) → Erhaltung der Arbeitsplätze.
  • Versorgung der Angehörigen, Förderung und Unterstützung bestimmter Personen.
  • Vermeidung der Zersplitterung des Vermögens im Zuge der Erbfolge
  • Erhaltung des Unter.nehmens bei Fehlen geeigneter Nachkommen.
  • Förderung der Kapitalbildung und Prosperität des Unternehmens und „Schutz“ des Unternehmens vor den Nachkommen, die nur mehr an reiner Gewinnausschüttung interessiert sind.
  • Förderung der Interessen und/oder soziale Absicherung der Belegschaft eines Unternehmens.
  • Zusammenhalt des Unternehmens bei Vermögensauseinandersetzung zwischen den Erben ist oft nur durch Gründung einer Privatstiftung möglich.
  • Attraktion enormer Vermögensvolumen aus dem Ausland (insb. Deutschland), wo keine vergleichbare Lösung zur Weitergabe von Vermögen an die folgenden Generationen zur Verfügung steht, Verwaltung dieses Vermögens in Österreich → Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen.
  • Übersiedlung von Ausländern nach Österreich wegen PS → weitere Vermögensverlagerungen nach Österreich
  • Professionelle Führung von Unternehmen durch Stiftungsvorstand, der über entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügt.
  • Stiftung als Holding im Konzern bündelt Interessen der zahlreichen Familienmitglieder.
  • Stiftungsvorstand hat weniger Skrupel, ungeeignete Familienmitglieder vom Unternehmen fernzuhalten bzw. verhindert Uneinigkeit in der Führungsebene des Unternehmens.
  • Förderung auch gemeinnütziger Zwecke, die in Stiftungsurkunde festgelegt sind und deren Erfüllung vom Stiftungsvorstand überwacht wird.

 
Anzahl der Privatstiftungen

3177 (Stand: 04.04.2017)


Neugründungen (Löschungen berücksichtigt):

2015: -24

2016: -39 (Stand: 9.1.2017)

Quelle: Compass Verlag Group

[Grafik:  Privatstiftungen Anzahl verfügbar.]


Gemeinnützige Stiftungen in Österreich

~ 600
  • Zahlreiche (eigennützige) Privatstiftungen sehen einen Teil ihrer Erträge für gemeinnützige Zwecke vor

  • Rund 200 Privatstiftungen sind rein gemeinnützig

  • Wohltätigen Zwecken sind zudem ca. 220 Bundesstiftungen und ca. 240 Landesstiftungen gewidmet

 

Wertschöpfung der Stiftungen

Totale Wertschöpfung: € 2.095,65 Mio.
Davon in Österreich: € 1.738,45 Mio.

[Grafik: GrafikWertschoepfung.pdf verfügbar.]


Vermögen in Privatstiftungen

Privatstiftungen verfügen über ein Vermögen von rund € 70 Milliarden.


Aufteilung Vermögen in Privatstiftungen

~ 64 % Unternehmensbeteiligungen

  • In diesen werden rund 400.000 Menschen in Österreich beschäftigt.

~ 24 % Immobilien
~ 12 % Privatvermögen


Status Stiftungsbesteuerung heute

2,5 % Stiftungseingangssteuer
27,5 % KEST (2017)

Einen Überblick finden Sie im Dokument

Steuern_Ueberblick.pdf


Rechtssicherheit bei Privatstiftungen

Seit der Schaffung der Privatstiftungen 1993 wurde das Privatstiftungsgesetz 14-mal einer Änderung unterzogen. Die Forderung des VÖP ist die Schaffung von konstanter Rechtssicherheit um den bestehenden Stiftern die nötige Sicherheit zu geben sowie neue in- und ausländische Stifter zu einer Gründung einer Privatstiftung zu bewegen.

PS und Wiener Börse

Bei insgesamt rund 75 an der Wiener Börse im geregelten Markt notierten österreichischen Aktiengesellschaften/Unternehmen sind derzeit folgende DIREKTE Anteile von Privatstiftungen bzw. Mitarbeiterstiftungen bekannt (Stand Juli 2016): 

  • Erste Group Bank AG (25,3%)
  • Flughafen Wien AG (10%)
  • voestalpine AG (14%)
  • AMAG Austria Metall AG (11%)
  • DO & CO AG (40%)
  • Andritz AG (25%)
  • RHI AG (25%)
  • Zumtobel AG (bis zu 35%)
  • Wolford AG (40%)
  • Bene AG (42,5%)
  • BWT AG (79,7%)
  • C-Quadrat Investment AG (44,65%)
  • Manner Josef & Comp. AG (23,42%)
  • SW Umwelttechnik AG (43,94%)
  • Wiener Privatbank AG (26,5%)
  • Österr. Staatsdruckerei Hldg (96,3%)
  • HTI High Tech Ind. AG (11%)
  • At & S AG (34,09%)
  • Immofinanz AG (10,6%)