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Stiftungsverband weist Aussagen zurück

APA 17.10.2011

VÖP-Generalsekretär: Sehr wohl Stiftungen aufgelöst Wien/APA

  Der Generalsekretär des Verbands österreichischer Privatstiftungen (VÖP), Christoph Kraus, hat die Aussagen des Steuerexperten Werner Doralt zurückgewiesen. Es gebe unter den Stiftern sehr wohl eine "nicht unbeträchtliche Anzahl", die daran interessiert wären, die Stiftungen aufzulösen, sagte er gegenüber der APA.

  Würde es nicht den "Mausefalleneffekt" geben, würden viele Stiftungen aufgelöst werden, sagte Kraus mit Blick darauf, dass bei einer Kapital-Entnahme aus einer Stiftung 25 Prozent Steuer fällig werden. Die Behauptung von Doralt, es gebe keine einzige Stiftung, die weggezogen wäre, sei unrichtig. Kraus verwies darauf, dass seit Einführung des Stiftungsgesetzes im Jahr 1993 rund 280 Stiftungen aufgelöst worden seien, die meisten ab dem Jahr 2003 - unter anderem auch wegen der "unsicheren Rechtslage".

  Eindeutig sei, dass die Anzahl der Neugründungen von Stiftungen zurückgegangen ist, sagte Kraus, der auch Vorstandschef der RZB-Tochter Kathrein-Bank ist. So betrage die Zahl der Neugründungen nur mehr ein bis drei pro Monat, früher habe es mehr Neugründungen gegeben. Viele potenzielle Stifter seien "angesichts der Diskussionen in Österreich" der Meinung, dass es "möglicherweise andere Länder gibt, wo Stiftungen besser behandelt werden", verwies er auf die Möglichkeit der Stifter, in andere Länder abzuwandern. Namentlich nannte er Liechtenstein, die Sychellen oder die Jersey Inseln. "Das ist eindeutig so, dass wir hier in Konkurrenz mit anderen Ländern stehen", so der VÖP-Generalsekretär.